„Ich will aber noch Fernseh‘ schauen“ – Szenen aus dem Alltag

4 Dez

Dein Kind durfte eine Folge seiner Lieblingssendung schauen und ihr habt abgemacht, danach ist Ende und ihr macht was anderes. Leider kann oder will sich dein Kind nicht mehr daran erinnern und es artet in einen wilden SchreiWutAnfall aus, kein Ende in Sicht.

Was könnte dahinter stecken?

Vielleicht findet es die Sendung einfach lustig?

Vielleicht will es einfach nur mal abhängen und sich berieseln lassen (wie der ein oder andere Erwachsene auch)?

Vielleicht ist ihm einfach langweilig oder es hat keine Idee, was es spielen könnte?

Vielleicht kann dein Kind sonst nicht bei seinen Freunden mitreden?

Vielleicht mag dein Kind es einfach, die in Welt seiner Superhelden einzutauchen?

Vielleicht….

Wie kannst du die Situation auflösen?

Genereller Umgang

Du könntest darauf vertrauen, dass dein Kind von selbst aufhört, wenn es genug hat. Vielleicht nicht beim ersten Mal, aber beim 8. Mal. Stichwort Selbstregulation, zugegebenermaßen für Fortgeschrittene. Einen lesenswerten Artikel von elternmorphose habe ich verlinkt.

Du könntest eine feste Zeit am Tag einplanen, die „Fernseh-Zeit“.

Du könntest es in ein Ritual einbauen – Sandmann schauen, Geschichte erzählen, Zähne putzen,…

Du könntest ein Talersystem einführen, 1 Taler entspricht x Minuten/Folgen, wenn alle, dann alle.

In der konkreten Situation

Du könntest einfach mit deinem Kind zusammen schauen und dabei/anschließend.

Du könntest nach der Folge vorschlagen, dass ihr sie selbst nachspielt, etwas aus der Geschichte malt, …

Du könntest dir eine Ausrede einfallen lassen.

Du könntest es nach Serienende direkt mit etwas anderem „ablenken“.

Du könntest …

Dein persönlicher Hintergrund

Dich könnte stören, dass „von außen“ nur kommuniziert wird, Fernsehen ist schlecht, total schädlich. Wer viel fern sieht, wird später mehr gemobbt, hat eine verzögerte Sprachentwicklung und was nicht alles | Je nachdem wie du zum Thema Selbstregulation stehst – in welchem Verhältnis steht die Kompetenz der Selbstregulation zu den Studienergebnissen? Was ist dir wichtiger? Und ist die „Gefahr“ des vielen Fernsehschauens nicht größer, wenn es früher immer verboten wurde? Ich zitiere und verlinke hier mal keine Artikel, es gibt sie zuhauf. Mal besser mal schlechter fundiert.

Dich könnte stören, dass du deinem Kind, in dem du es „erlaubst“, eine spannende Kindheit raubst – „Jedes Mal wenn ein Kind vorm Fernseher sitzt stirbt draußen ein Abenteuer“ | Ist das so? Kann ein Film nicht auch die Fantasie anregen?

Dich könnte stören, dass du von anderen in die Schublade gelegt wirst (oder dich vielleicht selbst reinlegst), dich nicht um dein Kind zu kümmern und es vor dem Fernseher zu parken. | Und selbst wenn? Jeder braucht mal eine Pause, und lieber 30 min geparkt und eine/n entspannte/n Mama/Papa statt die ganze Zeit selbst platt zu sein.

Der Artikel soll kein Plädoyer für viel Fernsehkonsum sein, aber all denen, deren Kinder regelmäßig irgendwas schauen, vielleicht ein bisschen Entspannung, Handlungsalternativen und weniger schlechtes Gewissen geben.

Über das Thema, dass Handys eben jetzt zu unserer Gesellschaft gehören und was das vielleicht bedeutet, schreibe ich mal wann anders. Handys sind ja genauso böse wie Fernsehen. Nur so viel vorab: Auch hier muss ein sinnvoller Umgang erst gelernt werden, und zwar, das ist irgendwie das spannende, von allen (!) (wie vielen Erwachsenen ist das Ding an die Hand gewachsen?!). Andererseits wollen wir Kinder, die in einer digitalen Welt bestehen, bekommen aber die Krise, wenn sie das Handy in der Hand haben.

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One thought on “„Ich will aber noch Fernseh‘ schauen“ – Szenen aus dem Alltag

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